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04.12.15 08:08 Alter: 3 Jahre

Kein Plan für Ortszentrum? - Landsberg zeigt uns wie es geht .....

Die Uttinger Grünen erzählen uns, dass man unser Ortszentrum nicht sinnvoll überplanen kann. Unsere Kreisstadt Landsberg macht es vor. Gott sei Dank haben die in Landsberg einen CSU-Oberbürgermeister ...

Ein interessanter Artikel aus dem Landsberger Tagblatt mit Kommentar beschreibt wie es in Landsberg geht.

Qualität bringt Leben in die Stadt

Einzelhandel Bauausschuss setzt auf ein Zentrenkonzept und schafft einen Arbeitskreis zur Begleitung eines neuen Bebauungsplans „Einzelhandelsnutzung“. Warum die Aufmerksamkeit auch dem übrigen Stadtgebiet gelten muss

Von Dieter Schöndorfer

Landsberg Die Innenstadt Landsbergs verfügt über ein qualitativ hochwertiges Einzelhandelsangebot und befindet sich damit auf einem guten Weg. In seinem Gutachten zur Klärung der Verträglichkeit zentrenrelevanter Sortimente sieht der Standortanalytiker Dr. Manfred Heider in den meisten Branchen sogar noch Ausbaupotenziale, die unter anderem in einem Bebauungsplan „Einzelhandelsnutzung“ generiert und geregelt werden sollen. Dazu fasste der Bauausschuss jetzt einen Aufstellungsbeschluss.

Ein erklärtes Ziel in Landsberg ist es seit Jahren, die Innenstadt und den dort ansässigen Einzelhandel zu schützen. Was dort angeboten wird, sollte im übrigen Stadtgebiet möglichst vermieden werden. Immer wieder beantragen aber Unternehmen, sich mit einem solchen zentrenrelevanten Sortiment niederzulassen. Einen solchen Wunsch eines Textilunternehmens auf Verlängerung der Befreiung vom Bebauungsplan im Forum (Münchener Straße) kamen die Stadträte jetzt mit knapper Mehrheit (7:6) nach, nachdem sie den Vortrag von Dr. Heider gehört und dessen Ergebnisse ausführlich diskutiert hatten.

So malt der Analytiker ein durchaus positives Bild der Situation des Innenstadthandels, der 54 Prozent aller Betriebe in der Stadt Landsberg stelle (163 von 303 Einzelhandelsbetrieben). Seine Einschätzung zur Frage, ob städtebauliche Auswirkungen auf den zentralen Versorgungsbereich Innenstadt zum Beispiel durch zentrenrelevante Nutzungen am Standort „Forum“ (Textil, Lebensmittel) zu erwarten seien, beschied er negativ. Im Gegenteil: in einer Reihe von diesen Sortimenten sieht er in Landsberg sogar noch Ausbaupotenziale, die er unter anderem am prognostizierten Bevölkerungswachstum von bis zu sechs Prozent im Zeitraum bis 2020 festmacht. Dazu komme „die Lagegunst“ der Stadt an A 96, B 17 sowie die relative Ferne zu größeren Zentren. Er mahnte aber, nicht nur die Altstadt im Fokus der Überlegungen zu behalten, sondern die Versorgungsaufgabe für das Umland ernstzunehmen. Gerade der Bekleidungsschwerpunkt mit den Einkaufsmagneten wie etwa H&M („Die sind in Städten gleicher Größenordnung nicht selbstverständlich“) und andere seien mit entscheidend für die Attraktivität der Innenstadt. Natürlich müsse ein gewisser Branchenmix stimmen, doch was für Landsberg äußerst positiv zu Buche schlage: „Die hohe Qualität des Einzelhandels bringt die Attraktivität.“

Das Forum bezeichnet er als Nebenzentrum, dessen Ausgestaltung auch die Nahversorgung der entsprechenden Bereiche im angrenzenden Umfeld sicherstelle. Dessen Sortiment habe den Zweck, die Altstadt zu ergänzen. Manfred Heider: „Mehr als bis zu drei solcher Nebenzentren würde ich einer Stadt der Größenordnung Landsbergs allerdings nicht anraten.“ Die Ziele der Einzelhandelsentwicklung in der Stadt „Schutz und Stärkung der Innenstadt“, „Stärkung der Nahversorgung“ und „Aufbau und Erhalt von Nebenzentren“ würden am Standort Forum jedenfalls erfüllt.

Diese drei Ziele sind auch zentraler Bestandteil eines Zentrenkonzepts, das Caroline Zach vom Stadtplanungsreferat vorstellte und das der Bauausschuss ebenfalls auf Empfehlung des Wirtschaftsausschusses beschloss (12:1 Stimmen). Das soll nun in einem neuen Bebauungsplan „Einzelhandelsnutzung“ münden, immer unter der wichtigsten Prämisse „Schutz der Altstadt“. Inhalte des B-Plans sind unter anderem die bereits beratene Sortimentsliste, die Einstufung zentrenrelevanter Sortimente und eine Definition der Zentren und deren Hierarchiestufen.

So weit sei man allerdings noch nicht, zu viele Fragen müssten noch diskutiert werden, warf Stadtplanungsreferent Berthold Lesch ein. Deshalb wollte er gerne vor dem Start des Bebauungsplanverfahrens einen Arbeitskreis zusammenstellen, der diesen Diskussionsbedarf noch abarbeiten könnte. Stadtbaumeisterin Birgit Weber fand diesen Vorschlag zielführend, bat aber darum, dennoch den Aufstellungsbeschluss zu fassen. Ein Arbeitskreis sei im dazu notwendigen Verfahren gut aufgehoben: „Ich würde gerne mit dieser Struktur beginnen.“

Unterstützung erhielt sie dabei von SPD-Fraktionssprecher Dieter Völkel: „Wir wollen effektiv arbeiten, deshalb sollte der Arbeitskreis innerhalb des B-Plan-Verfahrens agieren.“ Allerdings sei es laut Manfred Heider nur schwer möglich, den Stadträten für ihre Planungen, wie von Jonas Pioch (Landsberger Mitte) gewünscht, eine Faustregel an die Hand zu geben.

Die Mitglieder des neuen Arbeitskreises, auch das wurde gleich mitbeschlossen, rekrutieren sich aus dem Personal des Wirtschaftsausschusses.

Traditionsgeschäfte, attraktive Einkaufsmagneten und Bereiche der Nahversorgung prägen die Landsberger Innenstadt. Wenn auch so mancher der Meinung ist, dass zum Beispiel zu viele Banken oder Telekommunikationsläden das Bild zu sehr verändern, laut Gutachten ist die Struktur dort stabil. Foto: Thorsten Jordan

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© Augsburger Allgemeine 2015

Augsburger Allgemeine, 04.12.2015, Seite 25

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Mehr als nur die Innenstadt

Kommentar von Dieter Schöndorfer

Kommentar

von Dieter Schöndorfer

Zentrenkonzept

redaktion@landsberger-tagblatt.de

Der Schutz des Einzelhandels in der Landsberger Innenstadt ist eines der sensibelsten Themen der Lechstadt, und das zu Recht. Nur durch die permanent stattfindende Diskussion und den unermüdlichen Einsatz vieler Personen und Gruppierungen ist es gelungen, deren Attraktivität bis auf den jetzigen Stand zu bringen. Dass dieser Prozess, für viele oft ein Überlebenskampf, längst nicht abgeschlossen ist, beweisen immer wieder Leerstände durch Geschäftsaufgaben. Allerdings, und das ist die andere Seite der Medaille, besitzt Landsberg eine weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannte Attraktivität. Die wurde jetzt durch das Heider-Gutachten erneut bestätigt.

Dennoch ist es richtig, sich nicht auf das Erreichte zurückziehen, sondern darauf aufzubauen, den Schutz des Innenstadthandels weiter zu entwickeln, aber gleichzeitig das übrige Stadtgebiet nicht zu vernachlässigen. Landsberg ist mehr als nur eine attraktive Altstadt, hat als Mittelzentrum zudem eine überörtliche Versorgungsfunktion. Deshalb haben Nebenzentren und auch Fachmarktzentren eine wichtige Funktion, nämlich das Umland in die Stadt zu holen. Jetzt geht es darum, diese dort abzuholen und in die Innenstadt zu locken. Das ist eine Chance, aber kein Selbstläufer, sagt Dr. Manfred Heider. Das haben viele Einzelhändler und Stadträte offenbar verstanden.

Quelle: Landsberger Tagblatt vom 4. Dezember 2015

 



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